«Architektur soll berühren, rühren, das ist ihre Rolle.»

Dieses Zitat stammt von Adam Caruso, Caruso St John Architects, Partner und Mitbegründer von Caruso St John Architects. Seit ihrer Bürogründung 1990 stehen Caruso St John Architects für eine Architektur, die den Dialog mit ihrer Umgebung sucht. Es entstehen Bauten, deren emotionaler Gehalt sich unaufdringlich erschliesst, nicht aufsehenerregende Abstraktionen, wie sie zurzeit auf der ganzen Welt gebaut werden. Das Projekt breeze ist das Siegerprojekt eines Architekturwettbewerbs.
Caruso St John verfolgen eine Architektur, die stets eng mit ihrer jeweiligen Umgebung im Dialog steht. Ihre Arbeit ist geprägt von einer ständigen Auseinandersetzung mit der europäischen Stadt und deren Architektur-, Kunst- und Kulturgeschichte im weitesten Sinne. Die Art und Weise, wie Ideen erarbeitet werden, ist vergleichbar mit der Arbeit eines Künstlers. Es entsteht ein Dialog mit der gewachsenen Umgebung, damit sich Neues gut in die bestehenden Strukturen integrieren kann. Ausgangspunkt des kreativen Prozesses ist stets der kontextuelle Aspekt.

Die mit der Realisierung der vielbeachteten New Art Gallery Walsall verbundene internationale Bekanntheit von Caruso St John führte im Laufe der Zeit zu zahlreichen Museums- und Galerieprojekten, die das Vertrauen und die Beachtung vieler Künstler geniessen.

Es folgten zahlreiche Aufträge aus dem kulturellen Sektor. Beim Millbank-Projekt für die Tate Britain musste das vorhandene, uneinheitliche und aus verschiedenen Epochen stammende Stückwerk in einer klaren zeitgenössischen Architektursprache zu einem neuen Ganzen zusammengeführt werden. Weitere Projekte sind eine Reihe von kommerziellen Galerien in London und die Erneuerung und Erweiterung der Konzerthalle der Philharmonie in Liverpool.

Caruso St John Architects realisierten zudem einige Projekte, die in grossem Umfang in urbanes Gefüge eingreifen: das Lycée Hôtelier de Lille (eine Hotelfachschule und ein Stadterneuerungsprojekt in Frankreich), der neue Hauptsitz der Bremer Landesbank (Deutschland) und das neue Eishockeystadion der ZSC Lions in Zürich (Schweiz) sowie weitere grosse gemischtgenutzte Neubauten in München, Hamburg, Antwerpen und Zürich.
Das Büro ist langsam gewachsen und dessen Grösse ist bewusst begrenzt, um sicherzustellen, dass sich die Bürogründer bei jedem Auftrag selbst vom Konzept bis zur Feinausarbeitung einbringen können. Partner und Mitarbeiter des Büros erhalten den nötigen Freiraum, sich ihrer Lehrtätigkeit und auch publizistischen Projekten zu widmen – so wird sichergestellt, dass das Büro nicht erstarrt und sein Profil stets weiter geschärft und verfeinert wird.

Diese Herangehensweise in Zeiten, in denen Erfolg oftmals mit Grösse gleichgesetzt wird, ist ungewöhnlich. Unkontrolliertes Wachstum, simples Repetieren von Details und der Gebrauch von sich wiederholender Formensprache und Materialverwendung sind Dinge, die Caruso St John Architects vermeiden wollen. Ihre Auffassung bringt Intensität ins gebaute Werk und bürgt für eine kompromisslose Qualität, für die ihr Name steht. Das Resultat ist eine durchdachte, aussagekräftige und vor allem langlebige Architektur.

Das Büro ist bewusst international ausgerichtet. Knapp 30 Personen arbeiten in einem offenen Studio aus den 1930er Jahren im Osten von London. Im Jahr 2010 eröffnete ein weiteres Büro mit Sitz in Zürich, das bald 50 Mitarbeitende zählt. Das Büro hat auch Wohnbauprojekte in der Schweiz, in Deutschland, in den Niederlanden und in Belgien entworfen. Die Aufträge sind in der Regel das Ergebnis von selektiven Wettbewerben von Städten in Zusammenarbeit mit Immobilienentwicklern. Das Wohn- und Geschäftsgebäude an der Europaallee in Zürich für die SBB wurde im Jahr 2013 abgeschlossen.